Neubau eines Pförtnergebäudes der EADS in Manching

Die Firma EADS (European Aeronautic Defence and Space Company), der Nachfolger der DASA hat in den vergangenen Jahren den Standort Manching bei Ingolstadt massiv ausgebaut. Bereits seit Jahrzehnten dient dieser Standort der Entwicklung neuer Kampfflugzeuge wie z.B. dem Tornado oder dem Eurofighter. Neben der Neuentwicklung wird nun auch verstärkt die Wartung von Großraumflugzeugen an diesem Standort durchgeführt.

Durch diesen Ausbau der Geschäftstätigkeit und dem damit verbundenen Neubau mehrerer Gebäude war die alte Wache nicht nur in ihrer Lage, sondern auch in Ihrer Größe für die gestiegenen Aufgaben nicht mehr geeignet. Daher musste an anderer Stelle ein Neubau entstehen. Die Anforderungen an das Gebäude sollten nicht ausschließlich technischer Natur sein, sondern sollten vor allem die Corporate Identity des Unternehmens hervorheben.
Das Hamburger Architekturbüro BDS wurde, neben mehreren anderen Gebäuden, auch mit der Planung dieses Gebäudes beauftragt.


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In unmittelbarer Nachbarschaft zu den streng kubischen, funktionalen Gebäuden sollte das Wachgebäude beflügelte Leichtigkeit erhalten. Daher entschied man sich für die Form einer stilisierten Schwinge oder Flügels. Diese sollte sowohl den Durchfahrtsbereich als auch die Bürotrakte überspannen. Als Oberfläche kam, wie bei einem Flugzeugflügel, kein anderes Material als Metall in Frage. Aus wirtschaftlichen Gründen entschied man sich für eine Dacheindeckung aus Aluminium-Profilbahnen.


Der Dachaufbau wurde als industrieller Leichtbau, bestehend aus Trapezblechtragschale, Dampfsperre, Wärmdämmung und Kal-Zip geplant. Hierbei musste neben der entsprechenden Wärmedämmung vor allem auch dem Schallschutz von außen Rechnung getragen werden.
Daher wurden, über den Bürobereichen, auf die Tragschale mit Dampfsperre, 2- bzw. 3-lagig Gipskartonplatten verlegt. Oberhalb dieser, rein dem Schallschutz dienenden Maßnahme, wurde dann die trittfeste Mineralfaserdämmung, als sogenanntes Prodach, mit eingefrästen Metallschienen, zur Aufnahme der Halteklipse für die Kal-Zip-Deckung, aufgebracht.

Für die Dacheindeckung wurde ein Profil mit dem Achsmaß 400mm, abgestimmt auf die Gebäudebreite, in farbbeschichtet RAL 9006 (weißaluminium), verwendet. Die Dachbahnen hatten eine Gesamtlänge von ca. 40,00m.

Unterkonstruktion incl. Detailzeichnung


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Die Dachentwässerung erfolgte über innenliegende Dachrinnen aus Aluminium. Hier wurde besondere Sorgfalt auf die Sicherheit gelegt. Neben der obligatorischen Sicherheitsrinne, den beidseitigen Notüberläufen, der Rinnenbeheizung und dem Schneefang, wurde die Rinne traufseitig mit den weiterführenden Dachbahnen durchgehend verschweißt. Auch für die Dachuntersicht im Bereich der Durchfahrt wurde das gleiche Profil wie auf dem Dach verwendet. Hier erfolgte die Montage über vorher auf den Stahlbau aufgebrachte Holzpfetten.

Die größte Herausforderung stellte der gerundete Dachrand oder Vordachflügel dar. Aus Kostengründen entwickelten wir, als Alternative zu der ursprünglich vorgesehenen gerundeten Stahlunterkonstruktion eine Konstruktion aus Holzspanten, ähnlich den ersten Flugzeugen. Diese Spanten aus Holzwerkstoffplatten wurden mittels Stahlwinkeln auf die Stahlprofile aufgeschraubt. Die besondere Schwierigkeit dabei war, dass die Durchbiegung des Stahlbaues ausgeglichen werden musste. Dies war nur durch eine Aneinanderreihung mehrerer unterschiedlicher Radien (Spline), sowie daraus resultierender Einzelanfertigung der Metallelemente, möglich. Dies setzte eine absolut exakte Einmessung der Montagepunkte voraus. Für die Befestigung der 2,5mm dicken, eloxierten Aluminiumplatten wurde, wie im Flugzeugbau, die Vernietung gewählt.

Querschnitt durch den Dachaufbau,
mit Kanthölzern bogenförmig,
Trapezblech,
Dampfsperre,
Gipskartonplatten,
Wärmedämmung und Metalldachdeckung,
Holzspanten im Radius verlaufend montiert


Trotz der Verzögerung, bedingt durch die Durchbiegung des Stahlbaues, sowie der schlechten Witterung; Schnee und Kälte; konnten die Arbeiten termingerecht und zur Zufriedenheit des Auftraggebers fertiggestellt werden.

Mit diesem Gebäude wird der Besucher eindrucksvoll auf die Kompetenz und das Know How der Firma EADS eingestimmt. Solche Gebäude präsentieren besser, dauerhafter und vor allem unverwechselbarer die Erscheinung einer Weltfirma als auffällige Leuchtreklamen oder ähnliches.


Schlechte Wetterbedingungen bei der Montage

Ecke mit Metallspanten und statischem Torsionsschacht


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